09.10.2025

kibesuisse sagt Nein zu den Verschärfungen im Zivildienst

Eine breite Allianz aus Organisationen, Parteien und Verbänden hat an einer Medienkonferenz das Referendum gegen die vom Parlament beschlossenen Änderungen des Zivildienstgesetzes lanciert. Diese schaden dem Zivildienst im Allgemeinen und der familienergänzenden Bildung und Betreuung im Besonderen. Deshalb unterstützt kibesuisse klar das Referendum und ist dem gemeinsamen Bündnis beigetreten.

In der abgelaufenen Herbstsession hat das Parlament die Änderungen des Zivildienstgesetzes angenommen. Diese Revision schwächt massiv den Zivildienst: Es gäbe weniger Dienstleistungen zur Erfüllung wichtiger Aufgaben der Gemeinschaft, weil die Anzahl Zulassungen zum Zivildienst um 40 Prozent gesenkt werden sollen. Zudem verstossen die beschlossenen Massnahmen gegen die Verfassung beziehungsweise gegen das Völkerrecht. Der Schweizerische Zivildienstverband Civiva hat deshalb eine breite Allianz aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, Parteien und betroffenen Verbänden gebildet und an einer Medienkonferenz das Referendum gegen diese Gesetzesänderung lanciert.

kibesuisse macht beim Referendum mit 

Die beschlossene Gesetzesänderung schadet nicht nur den Zivildienst im Allgemeinen, sondern auch die Branche der familienergänzenden Bildung und Betreuung im Spezifischen. Damit würden die Zivildienstpflichtigen für Einsätze in den Kindertagesstätten und schulergänzenden Tagesstrukturen fehlen, auf die letztere so dringend angewiesen sind. Der Verband Kinderbetreuung Schweiz (kibesuisse) unterstützt deshalb klar das Referendum und ist der Allianz beigetreten. Auf deren Website können Interessierte das Referendum unterschreiben und sich zu den Aktivitäten der Allianz informieren.

Wichtiger Stellenwert für die Branche 

Die Zivis haben im vergangenen Jahr rund 115'000 Diensttage im Bereich «Kinder» geleistet. Dazu zählen Einsätze in Heimen, Schulen und heilpädagogischen Einrichtungen, aber auch in Kindertagesstätten und schulergänzenden Tagesstrukturen. Die familienergänzende Bildung und Betreuung steht zudem an zweiter Stelle bei der Anzahl der Kurse im Zivildienst (vgl. Statistiken 2024 ZIVI). Auf FTE (Vollzeitstellen) und überschlagsmässig heruntergerechnet und mit der Annahme, dass pro Jahr etwa 260 Arbeitstage gearbeitet werden, ergibt das rund 1500 Vollzeitstellen. «Der Bedarf an Zivis und ihr Stellenwert in den Organisationen der familienergänzenden Bildung und Betreuung sind unbestritten», stellte kibesuisse-Mediensprecher Maximiliano Wepfer an der Medienkonferenz klar.

Entlastung und Personalgewinnung im Kampf gegen den Fachkräftemangel 

Die Einsätze von Zivis tragen dazu bei, die negativen Folgen des Personal- und Fachkräftemangels in der Branche abzumildern. Ohne sie würden sich unsere Mitglieder in einer noch kritischeren und angespannteren Lage befinden. Darüber hinaus werden basierend auf Erfahrungswerten bis zu 10 Prozent der jungen Männer ermutigt, welche die Kitas als Einsatzbetrieb wählen, sich für einen entsprechenden Beruf in der familienergänzenden Bildung und Betreuung zu entscheiden. Das heisst: Zivis sind nicht nur Lückenfüller, sondern wichtig für die Erhaltung des Fachkraftpotenzials.

Das Kindeswohl ist nicht verhandelbar 

Letztlich geht es bei diesem Referendum aus Sicht von kibesuisse um das Wohl und die Anliegen des Kindes. Diese seien kein «Nice-to-have», sondern ein «Need-to-have», bekräftigte Maximiliano Wepfer weiter an der Medienkonferenz. «Wer das nicht berücksichtigt, handelt mit Blick auf die ganze Gesellschaft kurzsichtig und kurzfristig.»

Zur Medienmitteilung der Allianz «Zivildienst retten!» vom 8. Oktober 2025: «Breite Allianz ergreift Referendum zur Rettung des Zivildienstes» 

Zur Kampagnen-Website für Unterschrift des Referendums und weitere Informationen