Fachtagung von kibesuisse: Kindesschutz gemeinsam gestalten
kibesuisse engagiert sich kontinuierlich im Kindesschutz durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Netzwerkpartner:innen, die Entwicklung von Instrumenten (z. B. Verhaltenskodizes) sowie die Mitwirkung bei nationalen Prozessen. Die Tagung stärkt ein gemeinsames, fachliches Verständnis von Kindesschutz über alle Angebotsformen der familienergänzenden Bildung und Betreuung hinweg. Sie bietet Orientierung zu rechtlichen, fachlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und unterstützt und stärkt Organisationen, Leitungspersonen, Fachpersonen in ihrer täglichen Arbeit.
Die Fachtagung richtet sich an Leitungspersonen und Fachpersonen aus Kitas, schulergänzenden Tagesstrukturen und Tagesfamilienorganisationen, Fachstellen Kantone/Gemeinden und weitere Akteur:innen.
Die Fachtagung findet am Montag, 23. November 2026 im ARTE Seminar- und Konferenzhotel in Olten statt. Anfahrt und Parking
Eintreffen: ab 08.30 Uhr
Start: 09.15 Uhr bis ca. 17.00 Uhr
Mitglieder kibesuisse: CHF 180.-/pro Person inkl. Verpflegung und Tagungsunterlagen
Nichtmitglieder: CHF 270.-/pro Person inkl. Verpflegung und Tagungsunterlagen
Noch nicht Mitglied von kibesuisse?
Sichern Sie sich den vergünstigten Mitgliedertarif für diese Tagung und werden Sie jetzt Mitglied. Wir aktivieren Ihre Mitgliedschaft per 1. November 2026 und Sie profitieren bereits für diese Tagung vom Mitgliedertarif. Der Mitgliederbeitrag wird erst ab 1. Januar 2027 erhoben. Bereits im November und Dezember 2026 nutzen Sie alle Vorteile unserer Mitgliederleistungen.
Weitere Informationen finden Sie unter: Mitglied werden
Es erwartet Sie ein vielfältiges Programm mit Beiträgen von anerkannten Fachpersonen aus Kindesschutz, Wissenschaft, Recht und Praxis. Thematisiert werden aktuelle fachliche, rechtliche und gesellschaftliche Entwicklungen im Kindesschutz sowie deren Bedeutung für die familien- und schulergänzende Bildung und Betreuung. Praxisnahe Workshops bieten Ihnen die Möglichkeit, zentrale Fragestellungen zu vertiefen.
Das Detailprogramm wird laufend ergänzt und zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.
Möchten Sie die Fachtagung «Kindesschutz gemeinsam gestalten» finanziell unterstützen? kibesuisse freut sich über Organisationen, die einen Beitrag zur Durchführung der Tagung leisten und sich für Qualität, Fachlichkeit und Kindesschutz in der familienergänzenden Bildung und Betreuung engagieren.
Weitere Informationen zu den Sponsoringmöglichkeiten finden Sie hier.
Die Partnerschaft ist zweckgebunden. Die fachliche Unabhängigkeit der Tagung bleibt jederzeit gewahrt. Eine Einflussnahme auf Programm, Inhalte oder Referierende ist ausgeschlossen.
Wir freuen uns auf renommierte Referent:innen und starke Stimmen:
Anhand eines Fallbeispiels (eventuelle Grenzverletzungen in der Kita) diskutieren wir das mögliche Vorgehen der Einrichtung / Organisation und die Rolle der Aufsichtsbehörde. Wie ist die Perspektive der Aufsichtsbehörde? Was würde die Behörde von der Einrichtung / Organisation erwarten? Wann besteht Informations- bzw. Handlungsbedarf? Wie kann die Behörde unterstützen? Der Workshop bietet darüber hinaus Raum, eigene Erfahrungen einzubringen und Fragen zu stellen. Gemeinsam reflektieren wir Möglichkeiten und Herausforderungen, beispielsweise zur Kommunikation innerhalb des Teams und gegenüber Eltern.
Als Co-Autorin des aktuellen Orientierungsrahmens habe ich mich intensiv mit Bildung und Betreuung von Kindern von 0 bis 12 Jahren auseinandergesetzt. Ziel aller Bildungs- und Betreuungsangebote muss es sein, dass Kinder sich ihren Möglichkeiten entsprechend entwickeln und lernen können. Der Orientierungsrahmen stellt dabei die Kinderrechte und ihre Bedürfnisse an den Anfang und damit das Wohl des Kindes ins Zentrum. Diese müssen stets der Referenzpunkt für pädagogisches Handeln sein.
Wenn der Schutz von Kindern in der Schweiz gestärkt werden soll, scheint ein Paradigmenwechsel notwendig. Kinder müssen stärker als eigenständige Rechtssubjekte betrachtet werden. Dies erfordert insbesondere eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen, eine Veränderung der Praxis und eine stärkere Berücksichtigung der Besonderheiten der verschiedenen Entwicklungsphasen des Kindes. Die Aus- und Weiterbildung der Fachpersonen muss in diesem Sinne gestärkt werden. Die Verfahren bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung müssen klar und wirksam sein, und die Vernetzung muss verstärkt werden.
Die gesetzliche Verankerung der gewaltfreien Erziehung ist ein starkes Signal. Das Referat zeigt, was dahintersteht, welche Bedeutung sie für Eltern, Fachpersonen und Gesellschaft hat und wie sie mit präventivem Kindesschutz zusammenhängt. Es beleuchtet, warum psychische Gewalt in der Erziehung oft unbemerkt bleibt und wie Grenzen und Regeln Orientierung geben. Denn alle Emotionen sind erlaubt, aber nicht alle Handlungen.
Die Rolle männlicher Fachpersonen in Kitas, SEB und TFO ist auch im Kinderschutz von Bedeutung. Der Workshop setzt sich mit den Perspektiven, Herausforderungen und Möglichkeiten männlicher Fachpersonen in diesem Kontext auseinander.
Durch mein langjähriges Engagement im Bereich Kinder und Familien – sowohl in der Praxis als auch heute in meiner parlamentarischen Arbeit – habe ich die Herausforderungen des Kindesschutzes aus unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie entscheidend frühe Unterstützung, Prävention und verlässliche Strukturen sind.
Kindesschutz darf nicht erst einsetzen, wenn eine Krise da ist. Politik, Behörden und Praxis müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Risiken früh erkannt werden, Familien Unterstützung erhalten und Kinder die Sicherheit und den Schutz bekommen, den sie brauchen.
Guido Fluri ist ein Aktivist für die Rechte der Kinder. Seine erfolgreiche Wiedergutmachungsinitiative hat zur Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen geführt. Ehemalige Verding- und heimkinder haben ein Stück Gerechtigkeit erfahren. Für Fluri ist die Auseinandersetzung mit Fragen des Kinderschutzes gerade auch für Kindertagesstätten, Tagesfamilien und schulergänzenden Tagesstrukturen bedeutsam: Dies nicht nur wegen aktueller Missbrauchsfälle, sondern auch wegen der akuten Gefahr, die durch die digitale Verbreitung pädokrimineller Inhalte entstanden ist. Technische Entwicklungen wie etwa Live-Streaming schaffen neue Möglichkeiten für Täter. Künstliche Intelligenz, die Kinder auf Knopfdruck in seinem sexualisierten Kontext darstellt, führen zu neuen Missbrauchsformen. Der Schutz von Kindern vor Ausbeutung durch sexuelle Gewalt im Internet muss deshalb fortwährend intensiviert werden. Vor diesem Hintergrund hat Fluri anfangs Jahr die überparteiliche Internet-Initiative lanciert: 100 000 Unterschriften liegen bald zur Übergabe vor.
Die Fachtagung bietet Orientierung zu aktuellen Entwicklungen im Kindesschutz. Christina Hanke führt durch das Programm und begleitet die Diskussionen des Tages.
Ereignisse können Organisationen der familienergänzenden Bildung und Betreuung jederzeit vor grosse Herausforderungen stellen, etwa bei einem Unfall, einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung oder einem Konflikt mit Eltern. Der Workshop zeigt, wie Organisationen auch in heiklen Situationen handlungsfähig bleiben, ihre Reputation schützen und den Betrieb sichern. Mark Hauser begleitet Unternehmen, Vereine und öffentliche Institutionen als erfahrener Wegbegleiter durch Krisen – von der Lageanalyse über die Kommunikationsstrategie bis zu klaren Botschaften für unterschiedliche Zielgruppen und Kanäle. Die Teilnehmenden sind eingeladen, eigene Fragen, Erfahrungen und/oder konkrete Cases aus ihrem Berufsalltag einzubringen, damit diese in der Gruppe besprochen werden können.
Kitas, Horte, Kindergärten und Vorschulen sind weit mehr als Orte der Betreuung, des Lernens und der Schulvorbereitung. Für viele Kinder sind sie die erste dauerhafte Erfahrung mit einer Institution ausserhalb der Familie. Ihre Sicherheit zu gewährleisten, ist unerlässlich. Schutz darf sich jedoch nicht auf die Prävention von Risiken beschränken: Er muss die Alltagskultur der Institution sowie ihre Beziehungen zu den Familien prägen.
Ausgehend von der UN-Kinderrechtskonvention lädt dieser Beitrag dazu ein, von einem Risikomanagement zu einer gelebten Kultur der Rechte überzugehen: Würde, Gewaltfreiheit, Partizipation, Inklusion, Achtsamkeit, Verantwortung und Rechenschaftspflicht.
Dabei geht es auch um die Frage, was die Institution jedem Kind jeden Tag über Macht, das Recht, sich zu äussern, Gleichheit, Respekt … und letztlich über seine Rechte vermittelt.
Bei Kindesschutzfällen in Institutionen können sich je nach Konstellation verschiedene personalrechtliche Fragen stellen:
- Welches Weisungsrecht hat die Arbeitgeberin?
- Welche Fürsorgepflicht hat die Arbeitgeberin?
- Haften die Mitarbeitenden für ihr Handeln?
- Wann sollte eine Verwarnung erfolgen?
- Wann sollte eine Gefährdungsmeldung erfolgen und wer ist dafür zuständig?
- Wann ist eine ordentliche Kündigung zulässig?
- Wann ist eine fristlose Kündigung angezeigt?
- Wie sind allfällige Vorkommnisse im Arbeitszeugnis zu erwähnen?
- ...
Bei diesem Workshop sollen diese und weitere Fragen anhand fiktiver Fälle beantwortet werden. Die Teilnehmenden sind eingeladen, eigene Fragen und/oder kurze Fälle einzubringen, damit sie in der Gruppe besprochen werden können.
Wie werden die Kinderrechte im Alltag von Einrichtungen der frühkindlichen Bildung und Betreuung umgesetzt? Dieser interaktive Workshop bietet eine Einführung in die Kinderrechte und ihre Bedeutung für junge Kinder. Ausgehend von den Grundsätzen der UNO-Kinderrechtskonvention setzen sich die Teilnehmenden damit auseinander, wie diese Rechte das professionelle Handeln leiten und zur Qualität der Betreuung beitragen können.
Durch den Austausch, konkrete Alltagssituationen und gemeinsame Reflexion wird im Workshop die Rolle der Fachpersonen bei der Gewährleistung und Förderung der Kinderrechte im Alltag beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Partizipation, die Nichtdiskriminierung, der Schutz und die Berücksichtigung des Kindeswohls.
Kindesschutz ist eine Verbundaufgabe: Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen und Institutionen unterstützen die optimale Entwicklung des Kindes und haben dabei das Kindeswohl im Fokus. Für Kindertagesstätten, Tagesfamilienorganisationen und schulergänzende Tagesstrukturen stellt sich die Frage, was bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung beachtet werden muss und ob, wann und wie eine allfällige Meldung an die Kindesschutzbehörde gemacht werden soll. Im Workshop wird der Meldeprozess erklärt und dargestellt, welche Rollen und Möglichkeiten die KESB und die Beistandspersonen haben und was bei der Zusammenarbeit beachtet werden muss.