Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede gehen weiter zurück
Neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen: Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist 2024 erneut kleiner geworden. Frauen verdienten in der Gesamtwirtschaft durchschnittlich 15,7 Prozent weniger als Männer.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat die Ergebnisse der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2024 veröffentlicht. Der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern sank von 16,2 Prozent im Jahr 2022 auf 15,7 Prozent im Jahr 2024.
Auch der sogenannte unerklärte Lohnunterschied hat abgenommen. Vergleicht man Frauen und Männer mit vergleichbaren Merkmalen wie Bildungsniveau, Ausübung einer Führungsfunktion oder Berufserfahrung, verbleibt ein Unterschied von 6,5 Prozent beziehungsweise durchschnittlich 640 Franken pro Monat. Im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei 7,0 Prozent.
Alter und familiäre Situation prägen die Lohnunterschiede weiterhin
Die Auswertung zeigt zudem, dass sich die Lohnunterschiede je nach Alter und familiärer Situation deutlich unterscheiden. Während Frauen unter 30 Jahren bei vergleichbaren Merkmalen durchschnittlich 2,2 Prozent weniger verdienen als Männer, liegt dieser Wert bei den über 50-Jährigen bei 8,3 Prozent. Auch beim Zivilstand zeigen sich Unterschiede: Bei ledigen Arbeitnehmenden beträgt der unerklärte Lohnunterschied 2,7 Prozent, bei verheirateten Arbeitnehmenden hingegen 8,1 Prozent.
Diese Ergebnisse machen deutlich, dass sich Ungleichheiten oft im Verlauf des Erwerbslebens verstärken. Für kibesuisse unterstreicht dies die Bedeutung einer qualitativ hochstehenden familienergänzenden Bildung und Betreuung. Sie ermöglicht Eltern, insbesondere Müttern, ihre Erwerbstätigkeit aufrechtzuerhalten, Karriereunterbrüche zu reduzieren und berufliche Entwicklungschancen wahrzunehmen. Dadurch werden strukturelle Hürden reduziert, die sich langfristig auch auf Einkommen und Karriereverläufe auswirken können.