08.04.2026

Institutionelle Betreuung: Der Trend zeigt weiterhin nach oben

Die Bedeutung der familienergänzenden Bildung und Betreuung ist in allen relevanten Statistiken weiterhin gewachsen, wie eine Publikation des Bundesamts für Statistik belegt. Derweil bestätigt sich auch das Bonmot, wonach die Grosseltern die grösste Kita der Schweiz sind.

In der Schweiz hat der Anteil an Kindern unter 13 Jahren, die familienergänzend betreut werden, erneut zugenommen – von 66 auf 67,5 Prozent. Um dieselbe Prozentzahl (von 45,5 auf 47 Prozent) ist auch der Anteil an Kindern gestiegen, die eine der drei institutionellen Betreuungsformen (Kindertagesstätten, schulergänzende Tagesstrukturen oder Tagesfamilienorganisationen) nutzen. Allein für die Kinder, die in einer Kita oder in einer schulergänzenden Tagesstruktur betreut werden, bedeutet dies einen Sprung von 34 auf 42 Prozent für die Periode zwischen 2020 und 2024. Bei den Tagesfamilien veränderte sich der Anteil im selben Zeitraum nicht wesentlich. Dies haben die kürzlich veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) für das Jahr 2024 ergeben. 

Betreuung bei einkommensstarken Familien verharrt auf hohem Level 

Mit zunehmendem Einkommen des Haushalts steigt ebenfalls grundsätzlich die Bereitschaft, Angebote der familienergänzenden Bildung und Betreuung zu nutzen. In der obersten Einkommensklasse ist gleichwohl der Anteil der familienergänzend betreuten Kinder im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (von 85 auf 84 Prozent). Währenddessen hat der Anteil in der tiefsten Einkommensklasse leicht zugenommen (von 46 auf 48 Prozent). 

Spitzenposition der Grosseltern im europäischen Vergleich 

Im Jahr 2024 wurden 32 Prozent der Kinder unter 13 Jahren mindestens einmal pro Woche von ihren Grosseltern betreut, was einer Zunahme von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Demgegenüber hat der Anteil bei den unter 4-Jährigen abgenommen, von 42 auf 40 Prozent. Im europäischen Vergleich steht damit die Schweiz klar an der Spitze vor Italien und den Niederlanden. Anders sieht es bei der institutionellen Betreuung aus: Dort liegt die Schweiz mit 37 Prozent leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 39 Prozent – nur noch in Österreich und Deutschland werden Kinder noch weniger institutionell betreut. 

Publikation des Bundesamts für Statistik vom 30. März 2026: «Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung im Jahr 2024»