Familienbarometer 2026: Familien mit Kleinkindern und regionale Unterschiede im Fokus
Familien mit kleinen Kindern zwischen 0 und 3 Jahren beurteilen ihre finanzielle Situation deutlich schlechter als solche mit älteren Kindern. Dies hat die neuste Ausgabe des Schweizer Familienbarometers ergeben. Für die Politik bedeutet das, dass die finanzielle Entlastung der Eltern zentral bleibt – zusammen mit der flexibleren Nutzung der Institutionen und der Schaffung einer höheren Anzahl an Betreuungsplätzen.
Die aktuelle Ausgabe des Schweizer Familienbarometers zeigt, dass ein grosser Teil der Familien die eigene finanzielle Situation nach wie vor als angespannt wahrnimmt. Etwas weniger als die Hälfte der befragten Familien gibt an, dass das Haushaltseinkommen für das gemeinsame Familienleben knapp ausreicht. Familien mit Kleinkindern zwischen 0 und 3 Jahren geben mit 53 Prozent besonders häufig an, dass ihr Einkommen nur knapp ausreicht.
Je höher das Haushaltseinkommen, desto zufriedener sind die Familien
Die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben liegt stabil auf hohem Niveau. Die grosse Mehrheit der befragten Familien (67 Prozent) ist mit der Vereinbarkeit eher zufrieden oder sehr zufrieden. Am tiefsten ist der Wert mit 58 Prozent in der italienischen Schweiz. Familien in der Romandie zeigen mit 73 Prozent den höchsten Wert. Die Zufriedenheit nimmt mit höherem Haushaltseinkommen tendenziell zu.
Unterschiede je nach Landesteil
Eine Senkung der Tarife trägt nach Ansicht der befragten Familien in allen Landesteilen am meisten dazu bei, um die familienergänzende Bildung und Betreuung zu verbessern. Bei den anderen Faktoren gibt es regionale Unterschiede: So sehen die Befragten eine flexiblere Nutzung der Institutionen vor allem in der Deutschschweiz als Vorteil. Während eine Erhöhung der Anzahl Betreuungsplätze vor allem für Familien in der Romandie einen positiven Effekt hätte, würde die Ausweitung der Öffnungszeiten speziell im Tessin eine Verbesserung bedeuten.
Zufriedenheit bleibt stabil
76 Prozent der befragten Familien, die Angebote der familienergänzenden Bildung und Betreuung in Anspruch nehmen, sind damit eher zufrieden oder sehr zufrieden. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert um 1 Prozent gestiegen. Die Zufriedenheit bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. 45 Prozent der Familien nutzen aktuell keine familienergänzende Bildung und Betreuung. Dieser Anteil hat im Vergleich zu 2025 um 1 Prozent zugenommen.
Der jährlich erhobene Familienbarometer von Pro Familia Schweiz und Pax schafft eine langfristige Datenbasis für familien- und sozialpolitische Debatten. Die Untersuchung zeigt auf, was Familien bewegt, beleuchtet ihre Zufriedenheit und Perspektiven und bespricht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Themen Finanzen und Vorsorge. Für die aktuelle Ausgabe wurden rund 2000 Familien aus allen Landesteilen befragt.
Schweizer Familienbarometer 2026: «Was Familien in der Schweiz bewegt»
Medienmitteilung von Pax und Pro Familia Schweiz vom 12. März 2026