Betreuung in Tagesfamilien – Informationen für die Branche

Welche Anstellungsbedingungen gelten für Tageseltern und was macht gute Qualität in der Tagesfamilienbetreuung aus? Hier finden Branchenfachleute sowie angehende Tageseltern Informationen für die Praxis.

Was bietet kibesuisse für die Tagesfamilienbetreuung?

Kibesuisse ist ein Kompetenzzentrum für die Tagesfamilienbetreuung. Der Verband bietet Beratung und Information für Fachleute aus der Branche und erarbeitet Grundlagen und Empfehlungen für die Praxis. Zudem vernetzt sich kibesuisse mit wichtigen Akteuren und bezieht Stellung zu Themen der familienergänzenden Betreuung. Auch in der Aus- und Weiterbildung engagiert sich der Verband und setzt sich für gut ausgebildetes Fachpersonal in der Tagesfamilienbetreuung ein.

Was ist eine Tagesfamilienorganisation?

Eine Tagesfamilienorganisation ist eine öffentlich-rechtliche (Gemeinde) oder privatrechtliche (Verein, Stiftung) Trägerschaft, die Tagesfamilienbetreuung anbietet.

In der Organisation arbeiten in der Regel eine Geschäftsführung (je nach Grösse der Organisation) und die Vermittler/-innen. Zudem führt die Trägerschaft eine Inkassostelle. Die Vermittler/-innen sind das Bindeglied zwischen der Organisation, den Tageseltern und den Eltern. Der/die Vermittler/-in:  

  • führt die Bewerbungsverfahren mit den Tageseltern durch. 
  • schliesst die Arbeitsverträge mit den Tageseltern ab. 
  • vermittelt den Familien geeignete Tageseltern. 
  • schliesst die Betreuungsverträge zwischen Kunden (Eltern)
    und Angestellten (Tageseltern) ab. 
  • begleitet die Tagesbetreuungsverhältnisse.

Die Tagesfamilienorganisation gewährleistet die rechtliche und finanzielle Sicherheit der Tageseltern und organisiert deren Grund- und Weiterbildungen. Zudem bemüht sie sich um den Abschluss von Verträgen mit öffentlichen Leistungsträgern. So werden Eltern einkommensabhängige Tarife ermöglicht.

Was macht Qualität in der Tagesfamilienbetreuung aus?

Qualität in der Tagesfamilienbetreuung bedeutet in erster Linie, dass sich Tageseltern mit dem Bildungs- Betreuungs- und Erziehungsauftrag und ihrer Rolle auseinandersetzen. Eine Tagesmutter/ein Tagesvater arbeitet bei sich zu Hause. Vielfach sind die eigenen Kinder ebenfalls zu Hause. Dieses Aufeinandertreffen zweier Rollen (Mutter und Tagesmutter) ist herausfordernd und bedarf einer Differenzierung.

Eine Kindergruppe in einer Tagesfamilie besteht in der Regel aus maximal drei bis fünf Kindern (in einigen Kantonen werden die eigenen Kinder bis zwölf Jahre dazu gezählt, während es in anderen maximal vier Kinder mit den eigenen sein dürfen).

Qualität äussert sich aber auch in der Verpflichtung der Tagesfamilienorganisationen, strukturelle und pädagogische Standards einzuhalten, operative und strategische Aufgaben zu trennen, Anforderungsprofile für alle Mitarbeitenden und den Vorstand zu definieren und die Einhaltung der rechtlichen Grundlagen zu gewährleisten. Zudem verpflichten sich die Trägerschaften, die bei kibesuisse Mitglied sind, das pädagogische Konzept und den Verhaltenskodex bei ihren Mitarbeitenden einzuführen und die Rahmenqualitätsstandards einzuhalten. Mittels Weiterbildungen sollen sich die Mitarbeitenden (und der Vorstand) mit den Inhalten auseinandersetzen. Die Vermittler/-innen überprüfen in Mitarbeiter/-innengesprächen und während Besuchen bei den Tageseltern die Qualität der Umsetzung.

Was sind die Lohn- und Anstellungsbedingungen?

In den Lohnempfehlungen des ehemaligen Verbands Tagesfamilien Schweiz (heute kibesuisse) sind Löhne für Tageseltern und weitere Angestellte in Tagesfamilienorganisationen definiert. Die Löhne von Tageseltern variieren in der Deutschschweiz bis zu 40%, je nach Kanton und Organisation. Mittels Erfahrungs- und Funktionszuschlägen sollen Tageseltern zukünftig differenziert entschädigt werden (kein Einheitslohn). Da die Trägerschaften bezüglich Grösse (Betreuungsstunden), Anzahl Mitarbeitenden und Mitfinanzierung durch die öffentliche Hand stark variieren, sind sowohl die Anforderungen an eine Vermittlerin/einen Vermittler oder die Geschäftsleitung als auch deren Löhne sehr unterschiedlich.

Jacqueline Fehr unterstützt kibesuisse

"Um Kinder zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf." Dieses afrikanische Sprichwort macht uns klar, dass Kinder vielfältige Bedürfnisse haben. Sie brauchen Liebe, Zuneigung, Verlässlichkeit und Schutz. Sie brauchen aber auch Anregung, Herausforderung, Widerstand und Freiheit. Familienergänzende Betreuungsangebote können das, was ihr Name sagt: die Familie ergänzen. Engagieren wir uns deshalb für gute Qualität überall dort, wo Kinder sind - in den Kitas, den Tagesstrukturen und den Tagesfamilien. Die Kinder sind es uns wert.

Jacqueline Fehr, Regierungsrätin des Kantons Zürich und Präsidentin EKFF, ist Mitglied des kibesuisse Patronatskomitees.